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Schülerpraktikum – So geht’s, das bringt’s!

Was ist überhaupt ein Praktikum?

Ein Praktikum bezeichnet allgemein eine begrenzte Zeit der praktischen Anwendung von Kenntnissen, die du bereits erworben hast oder noch erwerben möchtest. Durch praktische Mitarbeit in einem Betrieb oder einer Organisation sollen diese Kenntnisse vertieft werden. Praktikanten sind keine Arbeitnehmer wie normale Angestellte in Unternehmen. Praktika können Schüler absolvieren, Studenten, aber auch bereits Berufstätige. Nachfolgend erklären wir, was ein Schülerpraktikum ist, welche unterschiedlichen Ausprägungen und Formalitäten es gibt und warum Praktika überhaupt sinnvoll sind. Zudem geben wir Tipps, wie du einen geeigneten Platz für dich finden kannst.

Das Schülerpraktikum

Du kannst als Schüler unterschiedliche Arten von Praktika absolvieren, die wir hier vorstellen. In Deutschland können Schüler meistens in den Klassen 9 bis 11 ein oder mehrere Praktika absolvieren. Unabhängig davon kannst du dich natürlich auch in den Ferien um ein oder mehrere zusätzliche Praktika bemühen. Das Praktikum während der Schulzeit ist ein sogenanntes berufsorientiertes Praktikum und Pflicht für alle Schüler. Ein Ferienpraktikum ist natürlich freiwillig. Außerdem gibt es noch Fachpraktika und sogenannte Praxistage. Grundsätzlich soll dir ein Praktikum die Chance bieten, in einen Beruf beziehungsweise eine Branche hinein zu schnuppern und erste praktische berufliche Erfahrungen zu sammeln. Praktika sind ein Bestandteil von mehreren, die dir zur beruflichen Orientierung dienen sollen. Weitere Bestandteile sind Orientierungstage, Informationstage von der Agentur für Arbeit, Fachmessen für Schüler (und Studenten) oder auch andere Formen von „Schnuppertagen“ in Betrieben. Ein Schülerpraktikum ist üblicherweise unbezahlt und dauert eine bis vier Wochen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, was die Dauer eines Praktikums betrifft. Meistens durchläufst du während eines Schülerpraktikums mehrere Abteilungen des Unternehmens, in dem du praktizierst.

Unterschiedliche Arten von Schülerpraktika

Üblicherweise kannst du bereits ab einem Alter von 14 Jahren erstmals ein Praktikum absolvieren, entweder ein freiwilliges in den Schulferien oder eines im Rahmen der Berufsorientierung innerhalb der Schulzeit. Dabei gilt es allerdings einige Formalitäten zu beachten, die wir unten genauer darstellen. Im Vordergrund eines jeden Praktikums für Schüler steht ein erster Einblick in die Arbeitswelt des Unternehmens, für das du dich entschieden hast und das dich auch praktizieren lassen möchte.
Grundsätzlich werden vier Arten von Schülerpraktika unterschieden.

1.) Die erste Form ist das berufsorientierte Praktikum im Rahmen der Schulzeit in den Klassen 9 bis 11. Da Bildung in Deutschland Ländersache ist, gibt es sowohl Unterschiede in den Schulformen als auch Unterschiede in den 16 Bundesländern. Üblicherweise sind zwei Praktika während der Schulzeit vorgesehen, manchmal auch nur eines. In Haupt- und Realschulen finden die Praktika meist in der 9. und in der 10. Klasse statt, in Gymnasien meist in der 10. und in der 11. Klasse. Meistens dauert das erste Praktikum zwei Wochen und das zweite dann drei Wochen. Ein sogenannter Betreuungslehrer hält während der Praktikumszeit Kontakt zum Schüler und zum Betrieb, den er auch mindestens einmal besucht, um zu schauen, wie es bei dir läuft. Der Betreuungslehrer ist auch dein Ansprechpartner bei eventuellen Problemen im Unternehmen.

2.) Sehr viele Schüler absolvieren in den Schulferien freiwillige Praktika, um abseits der Pflicht-Praktika weitere oder weiterführende Einblicke zu erhalten. Diese Ferienpraktika sind sehr beliebt, weil du so die Ferienzeit sehr sinnvoll nutzen kannst, um deine persönliche berufliche Orientierung voranzutreiben. Du kannst in einem Ferienpraktikum unverbindlich – allerdings in den meisten Fällen auch unbezahlt – in einen Beruf hineinschnuppern, der dir vielleicht liegt. Natürlich kannst du alternativ auch einen Ferienjob annehmen. Der hat den großen Vorteil, dass du ein wenig Geld verdienst. Der Vorteil des Ferienpraktikums ist hingegen, dass es meist anspruchsvoller und somit letztlich wertvoller für dich ist als ein Job.

3.) Die dritte Form des Schülerpraktikums ist das sogenannte Fachpraktikum. Dieses wird von Schülern besonderer Bildungsgänge in beruflichen Schulen verlangt. Ein Fachpraktikum kann auch länger als zwei oder drei Wochen dauern, manchmal bis zu mehreren Monaten (Blockpraktikum). Es gibt auch Varianten, bei denen der Schüler ein paar Tage der Woche die Berufsschule besucht und ein paar Tage den Betrieb zum Praktizieren. Durch Fachpraktika soll deine Kompetenz in der von dir gewählten Fachrichtung gestärkt werden. Zudem kannst du so schon oft frühzeitig wertvolle Netzwerkle aufbauen und vielleicht den potentiellen künftigen Arbeitgeber kennenlernen und dich „ins Spiel bringen“.

4.) Eine weitere Variante des Schülerpraktikums sind die Praxistage, die Haupt- und Realschülern angeboten werden. Hierbei arbeiten die Schüler über die Dauer von mindestens einem kompletten Schuljahr an einem Tag pro Woche (oder in ähnlichen Varianten) in einem vorher gewählten Betrieb. So sollen die Schüler schon früh an das Berufsleben in all seiner Vielfältigkeit herangeführt werden. Zudem kannst du bei den Praxistagen vielleicht schon eine mögliche Lehrstelle entdecken und wichtige Kontakte knüpfen.

Was passiert im Praktikum?

Du solltest als Schülerpraktikant nicht den gängigen Klischees und Vorurteilen entsprechen, dann läuft etwas falsch. Diese Vorurteile besagen, dass der Praktikant nur zuschaut, Kaffee kocht, Reinigungsarbeiten erledigt oder gelangweilt herumsitzt. In der Realität gibt es solche Praktikumsplätze zwar leider auch, dennoch sind sie die Ausnahme. Und grundsätzlich musst du als Schülerpraktikant nicht alles tun, nein du darfst nicht einmal alles tun. Aber mit Sicherheit darfst und solltest du mehr tun, als die Vorurteile besagen. Es geht grundsätzlich darum, dass du erste wertvolle Eindrücke in eine bestimmte Branche beziehungsweise einen bestimmten Beruf erlangst. Diese Eindrücke gewinnst du auf vielfältige Weise: natürlich viel durch Zuschauen und Erklären lassen. Aber sicher auch durch aktive Mitarbeit – sonst hieße das Praktikum nicht Praktikum, sondern vielleicht „Theoretikum“. Aber diesen Begriff gibt es nicht. Ein Praktikum hat also in jedem Fall etwas mit Aktivitäten, natürlich unter fachlicher Anleitung, zu tun. Erst, wenn du als Praktikant aktiv mitarbeitest, macht es dir Spaß und bringt auch dem Unternehmen etwas.

Üblicherweise durchläufst du während deines Praktikums verschiedene Bereiche oder Abteilungen in dem von dir ausgewählten Unternehmen. So gewinnst du möglichst viele Einblicke in den Job, der dich nach deinem Praktikum vielleicht noch mehr interessiert als vorher. Wenn dies nicht so ist, du also eher abgeschreckt durch die Einblicke wirst, ist das auch nicht schlimm. Im Gegenteil, so weißt du zumindest, in welche Richtung du dich später nicht beruflich orientieren möchtest. Die Erfahrungen, die du sammelst, solltest du stets positiv bewerten, auch wenn sie es auf den ersten Blick nicht vermitteln. Denn auch negative Erfahrungen sind wertvoll.

In einem guten Praktikumsbetrieb solltest du von Beginn an aktiv mit eingebunden werden und typische Aufgaben auch eigenverantwortlich erledigen. Natürlich sollte dich dein Chef nicht überfordern und dir nur solche Aufgaben übertragen, die du realistisch gesehen auch bewältigen kannst und darfst. Denn als Schülerpraktikant darfst du selbstverständlich nicht alle Aufgaben übernehmen.

Normalerweise wirst du zu den üblichen Arbeitszeiten des Betriebes praktizieren, wobei du – je nach deinem Alter – eine gewisse Stundenzahl nicht überschreiten darfst. Wenn du ein Schülerpraktikum von der Schule aus machst, wirst du hinterher einen Praktikumsbericht verfassen, in dem du einen typischen Tagesablauf schilderst und deine Eindrücke der 2-3 Wochen zusammenfasst sowie das Unternehmen vorstellst.

Gründe für ein Praktikum

Es gibt ganz unterschiedliche gute Gründe, möglichst viele Praktika – auch bereits während der Schulzeit – zu absolvieren. In erster Linie ist dies natürlich die berufliche Orientierung. Idealerweise weißt du nach einem Praktikum, dass das dort Erfahrene dich so sehr anspricht, dass du diesen Berufsweg angehen möchtest. Und wenn die Erfahrungen eher negativ sind, macht das auch nichts, dann weißt du zumindest, was du später nicht arbeiten willst. Zudem lernst du, wie du Bewerbungen schreibst, wie der Alltag in einem Betrieb aussieht, du lernst viele neue, interessante Menschen kennen und lernst praktisch, anstatt nur theoretisch. Das kann sehr viel Freude bereiten, wenn du dich richtig darauf einlässt und offen für diese vielfältigen neuen Erfahrungen bist.

Des Weiteren kannst du bereits früh Kontakte knüpfen, die dir später vielleicht bei der Jobsuche helfen können. Zudem wirst du durch die neuen Erfahrungen in der Arbeitswelt in deiner Persönlichkeit reifen, selbständiger werden und somit auf ganz unterschiedlichen Ebenen profitieren.

Wie finde ich den richtigen Praktikumsplatz?

Bei der Suche nach einem individuell zu dir passendem Praktikumsplatz ist es ein wenig wie später bei der Suche nach einem „richtigen“ Job: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Du solltest dich erstens rechtzeitig und zweitens ernsthaft und intensiv um einen passenden Platz bemühen, ansonsten wirst du vielleicht nur in deiner zweiten, dritten oder vierten Wahl praktizieren dürfen. Grundsätzlich solltest du dir dein Praktikum selbst aussuchen, es sei denn, die Schule übernimmt dies obligatorisch für die Schüler. Das ist bei manchen beruflichen Schulen der Fall, in der Regel musst du aber selbst aktiv werden.

Suche in erster Linie nach deinem Interesse und nicht dem anderer Schüler, deiner Freunde oder deiner Eltern. Wenn du eine Branche oder einen Berufszweig gefunden hast, kannst du im Internet, in den Gelben Seiten oder in anderen Medien geeignete Firmen suchen, die Praktikumsplätze anbieten. Nutze auf jeden Fall angebotene Hilfe beziehungsweise Beziehungen durch Eltern, Bekannte oder Verwandte. Im Internet gibt es spezielle Praktikumsbörsen für Schüler. Wenn du deine Wunschbranche und potentielle Arbeitgeber gefunden hast, musst du aktiv werden und im Unternehmen fragen, ob sie generell Praktikanten beschäftigen. Manche fordern eine Bewerbung, andere nicht. Die Bewerbung solltest du in jedem Fall sehr sorgsam erstellen.

Bist du mit dem Betrieb in Kontakt, solltest du die wichtigsten Fragen im Gespräch klären: Termin des Praktikums, Dauer, Arbeitszeiten, Tätigkeiten, Betreuung etc… Wenn du nach der Klärung dieser Details noch interessiert bist (und das Unternehmen auch) kann das Praktikum beginnen.

Formelles

Kein Praktikum ohne Regeln – da ist es wie im Berufsleben generell. Für Schülerpraktikanten gelten allerdings besondere Regeln, von denen wir hier die wichtigsten vorstellen.
Als Schülerpraktikant sollst und darfst du keine normale Arbeitskraft ersetzen. Es geht darum, Eindrücke zu gewinnen und praktisch mitzuwirken, aber nicht bin alleiniger Verantwortung wichtige betriebliche Dinge zu erledigen. Normalerweise hast du einen festen Ansprechpartner im Betrieb, deine Betreuungsperson. Diese wird dich zunächst allgemein in den Betrieb und die Abläufe einweisen. Um einen wirklich guten Eindruck des Arbeitens in dem von dir ausgewählten Unternehmen zu gewinnen, solltest du nicht in einer Abteilung bleiben, sondern möglichst viele Bereiche kennenlernen.

Es gibt zudem einige gesetzlichen Regeln, die es zu beachten gilt. So darfst du als Schüler bis 15 Jahren nicht länger als sieben Stunden täglich beziehungsweise 35 Stunden wöchentlich praktizieren. Ab 16 Jahren giltst du per Gesetz als Jugendlicher und darfst üblicherweise maximal acht Stunden täglich bzw. 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Hier gibt es Ausnahmen in Betrieben der Landwirtschaft, dem Bau oder der Gastronomie, wo du bis zu elf Stunden täglich eingesetzt werden darfst. Die „Überstunden“ müssen dann an anderen Tagen abgebaut werden. Üblicherweise dürfen Schülerpraktikanten nur in der Zeit zwischen 6 und 10 Uhr eingesetzt werden, Ausnahmen gibt es den genannten Branchen. Zudem gelten gesetzlich festgelegte Ruhe- und Pausenzeiten. Normalerweise werden Schülerpraktikanten nicht am Wochenende eingesetzt, aber auch hier gibt es Ausnahmen (Gesundheitsbranche). Arbeiten, die grundsätzlich einer erhöhten Unfallgefahr ausgesetzt sind, sind für Schülerpraktikanten tabu.

 
 
 
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